SteirerBiene Blog – 02.07.2017 „Emotionaler Rückschlag?!“

So. 02.07.2017 

Vor nicht ganz 20 Jahren habe ich teilweise mein Studium mit Hilfe der Imkerei finanziert. Dabei war es nicht zu vermeiden, dass man hie und da auch mal gestochen wird. Es kam sogar vor, dass ich an einem Tag fünf Stiche auf einmal abbekam. Natürlich hat das geschmerzt, aber es gab beinahe keine Schwellung und keinerlei andere Reaktionen auf die Stiche.

Gestern dann das böse Erwachen. Fünfzehn Minuten nach einem Stich der fleißigen Arbeiterinnen aus Königin Hedwigs Volk in den Handrücken, begann auf einmal mein ganzer Körper zu jucken. Die Kontrolle des dritten Volkes musste abgebrochen werden. Ich trat den Heimweg an und suchte schnellstens eine Dusche auf, da ich dachte, den Juckreiz mit kaltem Wasser kompensieren zu können. Nichts da, als ich mich danach im Spiegel betrachtete, war ich doch etwas schockiert: Gesicht, Achseln, Brust und Beine waren überseht mit einem Ausschlag und das Jucken keine Spur besser. Das Atmen fiel mir schwerer als sonst und ich begann zu begreifen, dass ich wohl doch nicht so immun gegen das Bienengift war, wie ich mir einzureden versuchte.

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Ich habe gestern lange darüber nachgedacht, denn immerhin handelt es sich um eine Tätigkeit, die mir im Tun wirklich viel Freude und Spaß bereitet. Ich möchte auch weiterhin, zwar mit Respekt, aber ohne Angst die Bienen betreuen und Freude am Prozess des Imkerns empfinden. Was also tun? Erste Konsequenz werden wohl Handschuhe sein, die ich mir diese Woche kaufen werde. Es gilt zu verhindern, dass die Bienen, wenn schlecht gelaunt, ihr Leben an meiner Haut lassen und ich dann in Folge auch daran leide. Zudem wird es wohl sinnvoll sein, einen Arzt aufzusuchen, um doch noch einen Allergietest zu machen. Vielleicht macht sogar eine Immuntherapie Sinn, aber das sind dann schon Maßnahmen, die zuerst mit einem Fachmann besprochen werden sollten.

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Dies ist wohl auch als Lehre zu sehen und ich erlaube mir meine Erfahrung mit jenen zu teilen, die vielleicht fasziniert von den kleinen sechsbeinigen Wesen sind, aber davon absehen, weil eben allergisch und sich deshalb nicht zutrauen als Imker/in tätig zu sein. Zudem darf ich euch darauf hinweisen, dass folgende Signale in chronologischer  Reihenfolge nicht zu ignorieren sind und ihr darauf achten solltet, wenn ihr die folgenden Anzeichen nach einem Bienenstich bemerkt. Mein Rat: Spätestens bei 4. „Schwellungen an Hals und Gesicht“ sucht einen Arzt auf, oder wählt die Notrufnummer!

  1. Rötung und Hautausschlag
  2. Juckreiz am ganzen Körper
  3. gerötete, tränende und juckende Augen
  4. Schwellungen an Hals und Gesicht
  5. Schluck- und Sprechbeschwerden
  6. Fließschnupfen
  7. Übelkeit, Bauchkrämpfe, Erbrechen
  8. Angstzustände
  9. Atemnot
  10. Herzrasen
  11. Schwächegefühl
  12. Bewusstlosigkeit

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Zum Akt der Kontrolle selbst: Alles gut. Die Tracht ist wohl großteils vorüber, das kann man auch gut über die Daten der Stockwaage sehen. Die ersten Winterbienen kommen auch schon langsam auf die Welt und Honigwaben sind zum Teil schon schön verdeckelt…

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es sich beim Imkern um eine der schönsten, aufregendsten und wichtigsten Tätigkeiten handelt. Und vierundzwanzig Stunden nach meinem emotionalen Rückschlag bin auch auch schon wieder zuversichtlich und freu mich schon auf die nächste Kontrolle an meinen Völkern. Außerdem folgt die kommende Woche ein Praxiskurs im Imkerzentrum, den ich auch schon mit Spannung erwarte!

Am Ende dieses Wochenendes bleibt nur eines zu sagen: Bee smart!

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