SteirerBiene Blog – 21.07.2017 „Varroa Destructor“

Fr. 21.07.2017

Es gibt, so hat es zumindest den Anschein, noch evolutionär angepasstere Tierchen als die Honigbiene. Ein Tier, dass sich rein durch Inzucht vermehrt und durch Mutationen von Generation zu Generation genetischen Schäden vorbeugt. Ein Tier, welches sich überproportional, exponentiell Monat für Monat vermehrt und sich in die Brut der Honigbiene einnistet und für Verstümmelungen, Bienensterben und bösartige Krankheiten sorgen kann.

Eigentlich müsste man ja vor einem Tier, welches es besser als die meisten anderen versteht, das Darwin Prinzip „survival of the fittest“ zu leben, Respekt haben. Hier jedoch handelt es sich um einen äußerst gefährlichen Schädling. Einem Schädling, der das Potential hat, wenn dieser unbehandelt bleibt, dass ein Bienenvolk spätestens nach zwei Jahren das Zeitliche segnet.

Dieses Tier heißt Varroa Destructor, und der Name ist Programm…

72088969 - varroa destructor bee parasite - microscope photo
Mikroskopische Aufnahme der Varroa Milbe

Daher gilt es, diesem Schädling mit harten Bandagen den Krieg zu erklären. Verhandeln hilft hier nichts, Parasiten sehen nur ihren eigenen Vorteil. Es gilt die Honigbiene und eben hier speziell die SteirerBiene zu beschützen!

Aus diesem Grunde haben wir diese Woche, gleich nach dem Ernten und einer entsprechenden Fütterung mittels Zuckerlösung, die Erstbehandlung mit Ameisensäure durchgeführt. 180ml hat jeder Stock bekommen. Dass die Bienen nicht erfreut waren, weil auf einmal ein anderer, aggressiv anmutender Geruch ihr Stockinneres kontaminiert, konnte man relativ rasch bemerken. Auf DankesSummen der SteirerBienen habe ich vergebens gewartet.

Jetzt gilt es nach drei Tagen die Verdunstungsrate zu kontrollieren und auch das Gemüll und den Abfall, der durch die Ameisensäure entstanden ist. Die Ameisensäurebehandlung ist eine Langzeitbehandlung und bleibt in Summe für zwölf Tage im Stock. Im Durchschnitt verdunsten hier täglich 15 ml. Vier Wochen nach der Hauptentmilbung gilt es die Diagnose durchzuführen und den Erfolg zu messen. Dies gelingt mittels einer einfachen, statistischen Regel: Auf einer sogenannten Varroawindel wird der natürliche Milbenabfall gezählt und durch die Anzahl der Tage (Dauer Diagnose) dividiert. Kommt man auf eine Milbe pro Tag (!) gilt es weitere Maßnahmen zu setzen. Ziel ist es, den Befall so weit wie irgend möglich nach unten zu bekommen, damit die Ausgangslage für das Frühjahr bestmöglich und günstig für das Volk und in weiterer Folge für den Imker und seinen Ertrag ist.

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